Bei der Wasseraufbereitung gelten strenge Vorschriften. Das ist gut so, beispielsweise verlassen wir uns alle auf reines Trinkwasser. Für die Betreiber von Aufbereitungsanlagen ist die Qualitätssicherung allerdings aufwändig. Die Messstellen zur Flüssigkeitsanalyse müssen regelmäßig gewartet werden, um einem Ausfall vorzubeugen. Dazu benötigt es Personal mit Fachkenntnissen – und oft auch mit Geschick und Ausdauer, wenn die Messstellen schwer zugänglich sind. Eine Verbindung zur Cloud macht hier vieles einfacher für die Betriebe: Sie können dann Messwerte und Zustandsdaten von Sensoren jederzeit und überall abrufen.
Liquiline Edge Module CYY7
Bislang war die digitale Modernisierung von Bestandsanlagen schwierig. „Um das Brownfield online zu bringen, mussten die Betreiber vorhandene Feldbussysteme mit einer Edge-Infrastruktur erweitern oder komplette Systeme nachrüsten“, sagt Daniela Haider. Sie ist Produktmanagerin bei Endress+Hauser Liquid Analysis, wo eine Konnektivitätslösung entwickelt wurde, mit der es auch anders geht. Statt aufwendiger Maßnahmen oder einer neuen Infrastruktur reicht ein Modul, das ungefähr die Größe einer Steckkarte für den heimischen PC hat – und das an der Messstelle einfach in den vorhandenen Messumformer eingeschoben wird. Liquiline Edge Module CYY7 heißt diese Lösung. Mit ihr bekommen Anlagenbetreiber die bestehenden Installationen zur Flüssigkeitsanalyse schnell und unkompliziert ins industrielle Internet der Dinge (IIoT).
Cybersicherheit
Die Datenübertragung mit dem Liquiline Edge Module erfüllt strenge Anforderungen an die Cybersicherheit. Der Schutz entspricht der internationalen Normenreihe IEC 62443. Er wird unter anderem durch die Sicherheitsfunktion Secure Boot sowie eine https Verbindung unter Anwendung des Sicherheitsprotokolls mTLS erreicht. Mit einem Schalter am Modul kann die Kommunikation zwischen Edge Modul und Feldgerät manuell unterbunden werden.
Mehr Daten, höherer Kundennutzen
Nach dem Einstecken des Moduls ist die Messstelle in wenigen Minuten mit der Netilion Cloud von Endress+Hauser verbunden. Die Kommunikation läuft über einen sicheren Kanal, unabhängig vom Feldbus. Daniela Haider erklärt, wie das geht: „Das Edge-Modul greift die Daten des Messumformers ab und überträgt sie entweder autark per SIM-Karte und Antenne oder verkabelt per Ethernet über eine vorhandene Infrastruktur. Beide Varianten beeinflussen weder die Funktion noch den Prozess der Anlage.“ Nicht nur die Messwerte gelangen in die Cloud, sondern auch weitere Sensordaten. „Mit der dazugehörigen Cloud-Platform können die Betreiber datenbasiert die Wartungsintervalle optimieren oder sogar Reparaturen planen“, sagt Haider. Die digitalisierte Anlage ermöglicht es ihnen, die gesetzlichen Auflagen effizienter zu erfüllen – und gleichzeitig dem Fachkräftemangel zu begegnen.
Die nutzerfreundliche Einsteck-Digitalisierung ist das Ergebnis von mehreren Jahren Arbeit bei Endress+Hauser. „Das gute Zusammenspiel über drei Product Center hinweg hat dabei eine wichtige Rolle gespielt“, betont Daniela Haider. „Vor allem das ausgeklügelte Sicherheitssystem forderte die Teams heraus, genauso die energiesparende Datenübertragung. Bei der Entwicklung waren intern und extern mehr als 100 Kolleginnen und Kollegen beteiligt.“