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Austausch auf Augenhöhe   

Das Endress+Hauser Global Forum bringt Expertinnen und Experten aus der Prozessindustrie mit den Spezialistinnen und Spezialisten von Endress+Hauser zusammen. Im Zentrum des Events gibt eine Ausstellung tiefe Einblicke und neue Impulse.    

19.05.2026 Text: Christine Böhringer Fotografie: Marc Gilgen
Das Endress+Hauser Global Forum bringt Expertinnen und Experten aus der Prozessindustrie zusammen.

Am FLOWSIC610 kommt niemand vorbei. Das weiß lackierte Ultraschall-Durchflussmessgerät von Endress+Hauser zieht beim Endress+Hauser Global Forum 2026 alle Blicke auf sich. Denn es ist nicht nur von imposanter Größe, sondern steckt auch voller technologischer Innovationen – eine Weltneuheit. Das Gerät wurde für die eichpflichtige Messung sowie die Reinheitsbestimmung von Wasserstoff entwickelt. „Wie misst es so präzise?“, möchte ein Besucher aus den USA wissen. Eben hat er sich noch mit dem FLOWSIC fotografieren lassen. Sofort ist er in ein Gespräch über Hochleistungs-Messumformer und Laufzeitmessung vertieft.

Neues entdecken und gemeinsam Antworten für heutige und künftige Herausforderungen finden: Das ist das Ziel der Ausstellung auf dem Endress+Hauser Global Forum 2026. In drei Bereichen sehen Kunden die Lösungen für ihre jeweilige Branche im Überblick, die Neuheiten der verschiedenen Arbeitsgebiete sowie Produkte, die noch in der Entwicklungsphase sind. Welch umfassenden Einblick sie dadurch bekommen, erklärt Klaus Köhler, Global Industry Manager Life Sciences, am Beispiel seiner Branche: „Ganz außen zeigen wir anhand von Bioreaktoren, wie der schnelle Übergang vom Labor- in den Produktionsmaßstab gelingt, in der Mitte stellen wir unser Einweg-Portfolio sowie unsere Raman-Analysatoren vor – und im Innovationsbereich sehen unsere Kunden einen Einweg-Drucksensor, an dem wir gerade arbeiten und der das Einweg-Portfolio komplettieren wird.“

Weil sich das Endress+Hauser Global Forum ausschließlich an Kunden richtet, ist der Austausch auf der Ausstellung offen. ©Endress+Hauser

Kunden von Endress+Hauser  konnten mit Experten und Expertinnen des Unternehmens direkt vor Ort Fragen zu den Produkten klären.

Einblick in Innovationen  

Das Interesse an der Ausstellung ist riesig. Besonders groß ist der Ansturm auf den Forschungs- und Entwicklungsbereich. Zwei große Themen dort sind Qualitätsmessungen im Prozess und die Digitalisierung. „Ich stelle den neuen Teqwave H für die Getränkeindustrie für hygienische Anwendungen und große Nennweiten vor. Das System misst online mit Ultraschalltechnologie die Konzentration verschiedenster Flüssigkeiten – zum Beispiel den Zuckergehalt in Säften“, sagt Dr. Wolfgang Drahm, Geschäftsführer von Endress+Hauser Flow Deutschland. Prozesse lassen sich so in Echtzeit anhand der Produktqualität überwachen und regeln; das reduziert den Ausschuss.

Ein paar Schritte weiter ist Daniel Hoy, Produktmanager bei Endress+Hauser Level+Pressure, im Dialog mit einem Kunden. „Das Gespräch drehte sich um Schwallrohre“, erklärt er danach. Solche Rohre in Tanks stabilisieren die Füllstandmessung in bewegten Medien. Damit die Messung mit Radarsensoren korrekt ist, muss bei der Inbetriebnahme der Rohrdurchmesser eingeben werden. Doch dieser kann sich über die Länge des Rohres hinweg ändern und wirkt sich auf die Messgenauigkeit aus. „Wir haben nun einen neuen patentierten Ansatz entwickelt, bei der der Radarsensor den tatsächlichen Rohrdurchmesser selbständig misst und sich dann einstellt“, sagt Daniel Hoy. 

Die Funktion soll in die nächste Gerätegeneration integriert werden. „Mit unserem neuen Portfolio für die Tankstandsmessung wollen wir die Installationszeit der Geräte verkürzen und ihre Wartung vereinfachen“, sagt der Produktmanager. Auf betriebliche Effizienz zielen auch die anderen Innovationen im Raum. Das digitale Kalibrierzertifikat zum Beispiel kann durch die Reduktion des manuellen Aufwands bis zu 45 Minuten pro Kalibrierung einsparen. Ebenfalls wird an der softwaredefinierten Automatisierung gearbeitet, am standardisierten Digitalen Zwilling und an einem intelligenten Assistenten für die Instandhaltung. Er basiert auf einem Large Language Model und soll dabei helfen, sofort die richtigen Informationen zu finden.

Das Endress+Hauser Global Forum ist eine Plattform für gegenseitigen Austausch. ©Endress+Hauser

Das Endress+Hauser Global Forum ist eine Plattform für gegenseitigen Austausch. Bei der Ausstellung wurde das besonders deutlich. 

Intensiver Dialog  

Weil sich das Endress+Hauser Global Forum ausschließlich an Kunden richtet, ist der Austausch auf der Ausstellung offen, intensiv – und zielgerichtet. „Wir sind schnell im Detail, die Kunden haben spezifische Fragen“, bestätigt Produktmanagerin Christine Wehrstein-Kuhnen. Die Kunden interessieren sich für Inbetriebnahme und Wartung. Dafür, wie die Produkte die Effizienz, Nachhaltigkeit, Konformität und Digitalisierung in ihren Anwendungen unterstützen. Neue Möglichkeiten werden entdeckt. Kleinigkeiten wie RFID-Tags, mit denen man Messgeräten berührungslos identifizieren kann, selbst in rauen Umgebungen oder bei unleserlichen Typenschildern. Oder wie das richtige Produkt aus dem großen Portfolio von Endress+Hauser helfen kann, anspruchsvolle Aufgaben zu lösen.  „Ein Geschäftspartner hat Probleme mit feuchtem Dampf, der das Risiko für Dampfschläge erhöht und zu einem verschlechterten Wärmeübertrag führt. Ich habe ihm daher unseren multivariablen Wirbelzähler Prowirl F 200 empfohlen, der Nassdampf erkennt, entsprechend warnt und sowohl Masse- als auch Energiestrom korrigiert“, sagt Jens Hundrieser, der als regionaler Branchenmanager auf die Energiewende spezialisiert ist. 

Am Stand für die Branche Bergbau, Grundstoffe und Metalle liegt das Augenmerk auf der Dekarbonisierung. Strategic Account Manager Christian Capellaro trifft dort auf langjährige Kunden vom Ingenieur für Automatisierungstechnik bis hin zum globalen Projektleiter. Es geht um Anwendungen, die immer mehr an Bedeutung gewinnen – wie Elektrolichtbogenöfen für das Recycling von Stahlschrott. „Mit unserer Messtechnik können wir verlässlich Leckagen in dieser rauen Umgebung erkennen“, sagt Christian Capellaro. Auch seine Ansprechpartner zieht es anschließend in den Innovationsbereich: „Unsere Kunden sind daran interessiert, mit uns gemeinsam Produkte zu entwickeln, die für ihre Verfahren und Anforderungen besonders geeignet sind.“

Neues entdecken und gemeinsam Antworten für Herausforderungen finden: Das ist das Ziel des Global Forum 2026. ©Endress+Hauser

Der Ausstellungsbereich deckt alle sieben Kernbranchen von Endress+Hauser ab. 

Mehrwert für alle  

Nach zwei Ausstellungstagen ist klar: Vom direkten Austausch auf Augenhöhe profitieren alle Beteiligten. „Wir haben neue Funktionen und Ansätze ausfindig gemacht, mit denen wir uns künftig intensiver beschäftigen werden“, sagt ein Besucher aus der Stahlindustrie. „Das Global Forum war für uns sehr wertvoll, um verschiedene Technologien näher kennenzulernen und zu sehen, wie sie sich in unsere Anlagen integrieren lassen“, erklärt ein Verantwortlicher für Mess- und Regelungstechnik bei einem Stromerzeuger. Ein Einkäufer aus der Life-Sciences-Industrie hat einen tiefen Einblick in die Raman-Technologie bekommen, ein Geschäftsführer aus der Wasser- und Abwasserindustrie in ein System für die Wasseranalyse.  

Frische Impulse nehmen auch die Menschen aus der Produktentwicklung, dem Produktmanagement sowie dem Branchenmanagement von Endress+Hauser mit. „Unsere Kunden waren von der Schwallrohr-Messung nicht nur sehr angetan, sondern hatten Ideen, wie wir mit dieser Technologie weiteren Nutzen schaffen können“, sagt Daniel Hoy. Seiner Begeisterung schließt sich Hans Joachim Fröhlich an. „Wir haben ein noch besseres Verständnis dafür bekommen, was unsere Kunden in Zukunft benötigen. Im Innovationsbereich mündeten viele Rückmeldungen direkt in konkreten Testanfragen oder Projektideen“, sagt der Director Technology & Portfolio.

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